Klodskovvej 70 · Byskov · DK-4863 Eskilstrup
Vægtergården Byskov · Falster
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Sagen aus der Gegend

Die Königseiche und die Pastorenfrau

Zwei Eichen an der alten Straße nach Gåbense. Unter der einen schlug der Blitz ein, genau dort, wo der König eben noch gesessen hatte. An der anderen riss der Faden der Pastorenfrau.

Jens Juel: En sjællandsk bondegård under et optrækkende uvejr (Ein seeländischer Bauernhof bei aufziehendem Unwetter), 1791-93 · SMK, gemeinfrei

Bevor die neue Landstraße angelegt wurde, wand sich die Straße von Nykøbing zur Fährstelle Gåbense in unzähligen Windungen über Nordfalster. Sie führte durch Kraghave, vorbei am Flattehauge-Wald und weiter Richtung Bruntofte - und von dort hinein ins Kirchspiel Ønslev, dicht am Galgenkrug und der Richtstätte des Herreds vorbei. Entlang dieser Straße standen zwei große Eichen, und an jede knüpft sich eine eigene Sage.

Die Königseiche

Einer der alten Könige - manche sagten Christian V., andere Frederik IV. - reiste einmal auf der Straße von Gåbense Richtung Nykøbing. Unterwegs machte das Gefolge Halt, und der König nahm sein Mittagsmahl im Schatten einer mächtigen, einzeln stehenden Eiche westlich der Straße ein, kurz bevor man zum Bruntofte-Wald kommt.

Als das Mahl vorüber war, zog das Gefolge weiter. Doch kaum war der König ein paar Klafter vom Baum entfernt, schlug der Blitz in die Eiche. Er spaltete einen schweren Ast ab, der zu Boden fuhr - genau dort, wo der König gesessen hatte.

Zur Erinnerung daran, dass Seine Majestät einer so unmittelbar drohenden Gefahr so glimpflich entronnen war, erhielt der Baum den Namen Kongeegen, die Königseiche. Und im Kirchspiel war man sich in einem einig: Dieser Baum durfte niemals gefällt werden.

Gemälde eines Bauernhofs unter einem aufziehenden Unwetter
Stimmungsbild: Jens Juel, Ein seeländischer Bauernhof bei aufziehendem Unwetter, 1791-93. SMK, gemeinfrei.

Die Pastorenfrau

Als die Königinwitwe Sophie auf Falster „regierte“, tat sie viel zur Förderung des Hausfleißes, und man sprach darüber, wer den feinsten Faden spinnen könne. Die Pastorenfrau von Vålse, Karen Hansdatter, übernahm es, aus einem Pfund Flachs einen Faden zu spinnen, der so fein und so lang war, dass er den ganzen Weg von Vålse bis Nykøbing reichen sollte.

Sie band das Ende am Pfarrhof von Vålse fest, nahm ihre Handspindel und ging los. Über Kippinge, über Brarup, an der Kirche von Ønslev vorbei und über die Kirchspielgrenze von Tingsted - bis zu einer großen Eiche auf dem Feld von Hans Mortensen. Dort ging der Faden zu Ende. Bis Nykøbing war es noch eine ganze dänische Meile.

Die Eiche, bis zu der sie gekommen war, erhielt fortan den Namen Præstekonen, die Pastorenfrau.

Die Königinwitwe auf Schloss Nykøbing

Königinwitwe Sophie war die Witwe Frederiks II. und die Mutter Christians IV. Sie hatte Lolland und Falster als Leibgedinge und lebte jahrzehntelang auf Schloss Nykøbing, wo sie als ungewöhnlich tüchtige Verwalterin ihrer Güter bekannt wurde. Es ist dasselbe Schloss, für das zwei Höfe in Byskov der Überlieferung nach Wächter stellen mussten - und dasselbe Schloss, aus dem die drei Fenster im Møllerummet von Vægtergården stammen.


Quelle: J.K. Lindbergs Sagenaufzeichnungen, wiedergegeben in Ketty Lykke Jensen, Ønslev og Eskilstrup Sogne (2009), S. 186. Nacherzählt. Gemälde: Jens Juel, SMK.