Klodskovvej 70 · Byskov · DK-4863 Eskilstrup
Vægtergården Byskov · Falster

Vom Pachthof zum Pferdehof

Die Geschichte des Hofes

Über das Geschlecht Vægter, den Gemeindevogt, der den Hof freikaufte, Gammeløl (kräftiges, lange gelagertes Hausbier) im Keller, die Bombennacht 1943 und den Abend der Befreiung auf dem Hof.

Luftbild 1952 · Sylvest Jensen Luftfoto / Det Kgl. Bibliotek (Königliche Bibliothek)

Das meiste von dem, was wir über Vægtergården (den „Wächterhof“) wissen, steht im Buch der Lokalhistorikerin Ketty Lykke Jensen, Byskov - herfra min verden går („Byskov - von hier aus geht meine Welt“, 2010), das dem Hof ein ganzes Kapitel widmet. Dazu kommen alte Adressbücher, Telefonbücher, Kirchenbücher und ein einzelnes, wunderbares Luftbild. Die Quellen stehen ganz unten.

Zeitleiste

  • 1436 Byskov wird erstmals erwähnt, als Byskoff.
  • ca. 1716 Der Pachtbauer Rasmus Andersen Vægter und seine Frau Anna Nielsdatter bewirtschaften den Hof. Der Beiname Vægter (Wächter) ist in Byskov seit 1688 bekannt.
  • 1766 Schloss Nykøbing wird abgerissen. Drei Fenster des Schlosses sitzen heute im Festsaal von Vægtergården, dem Møllerummet (Mühlenraum).
  • 1787-1817 Ole Hansen Vægter ist Pächter. Seine Tochter heiratet Hans Larsen - der bei der Hochzeit den Namen seines Schwiegervaters annimmt und zu Hans Larsen Vægter wird.
  • 1808-15 Die Ländereien von Byskov werden neu aufgeteilt. Vægtergården bleibt im Dorf liegen.
  • 1815 Die Scheune wird aus Feldsteinen aufgemauert.
  • 1855 Ole Hansen Vægter kauft den Hof für 5.500 Reichstaler vom Gutshof Kirstineberg frei. Er ist der erste freie Eigentümer - und Gemeindevogt.
  • 1863 Das neue Wohnhaus ist fertig.
  • 1892 Sein Sohn Hans Olsen Vægter übernimmt den Hof für 42.000 Kronen und feiert im selben Frühjahr Hochzeit. In einem Brief der Nachbarn auf Skovbjerggaard heißt er schlicht „Vægterens Hans“ (Wächters Hans).
  • 1903 Das Adressbuch verzeichnet „Gdr. Hans Olsen Vægter, 8½ tdr. hk.“ - der größte der genannten Höfe in Byskov.
  • 1905 Der Name Vægter wird per königlicher Bewilligung offizieller Familienname.
  • 1915 Der erste Selbstbinder von Byskov fährt über die Felder von Vægtergården.
  • 1919 Die letzte Vægter auf dem Hof: Die Tochter Maren Hansine heiratet Arthur Petersen, der den Hof übernimmt.
  • 1922 Der Hofname Vægtergaarden wird am 21. September ins Grundbuch eingetragen. Im Telefonbuch steht: „Ønslev 71 · Petersen Arthur Gaardejer Vægtergrd. Byskov“.
  • 1927-34 Vier Besitzer in sieben Jahren. Der Preis schwankt mit der Landwirtschaftskrise: 107.000 Kronen im Jahr 1929, 76.000 Kronen im Jahr 1933.
  • 1934 Karen und Svend Suhr kaufen den Hof für 83.000 Kronen. Die Familie Suhr bleibt 92 Jahre auf dem Hof.
  • 1943 Die Bombennacht: Rund 300 Phosphorbomben fallen auf Byskov. Eine brennt hundert Meter hinter dem Stall, eine andere zwanzig Meter von der Schmiede entfernt.
  • 1952 Der Hof wird aus der Luft fotografiert.
  • 1962 · 1968 Hans und Kis bekommen ihre zwei Kinder: den Sohn Lars 1962 und die Tochter Anne 1968. Sie wachsen auf Vægtergården auf.
  • 1972 Der Sohn Hans Suhr, 1938 auf dem Hof geboren, und seine Frau Kirsten „Kis“ Suhr übernehmen Vægtergården.
  • 1982-89 Hans und Kis kaufen Ønslev Møllegaard sowie den Hof von Vera und Børge Pyndt dazu. Vægtergården hat nun 105 Tønder Land.
  • 1999 Land wird verkauft. Heute gehören 43.749 m² zum Hof.
  • 2026 Am 5. Oktober übernehmen Lars Sommer und Louise Dalsgart den Hof von Hans und Kis Suhr. Lars zieht über den Dorfteich hinweg aus der Schmiede herüber, in der seine Familie seit sechs Generationen lebt. Lars’ Mutter Hanne Reimann übernimmt die Schmiede, die in der Familie bleiben soll.
Handgezeichnete Karte von Byskov mit dem Namen Hans Larsen Wægter über Parzelle Nr. 5
Karte der Feldmark von Byeskov Bye, vermessen 1794 und bis 1861 als Katasterkarte verwendet. In der Mitte des Dorfes der Dorfteich; unten, quer über Parzelle Nr. 5, steht in sorgfältiger Handschrift Hans Larsen Wægter. Klimadatastyrelsen, Historiske Kort, CC BY 4.0.

Das Geschlecht Vægter

Über zweihundert Jahre lang hießen die Leute auf dem Hof Vægter. Das war kein Familienname im heutigen Sinn, sondern ein Beiname, der am Hof haftete: Als Hans Larsen 1817 einheiratete und die Pacht übernahm, nahm er zugleich den Namen seines Schwiegervaters an. Erst 1905 wurde Vægter durch königliche Bewilligung zu einem richtigen Familiennamen. Warum die Familie den Namen überhaupt bekam, können Sie unter Die Wächter nachlesen.

Das Dorf hatte seinen eigenen Namen für die Familie. Als Hans Olsen Vægter im Mai 1892 heiratete, schrieben die Nachbarn auf Skovbjerggaard in einem Brief: „Am Freitag hatte Vægterens Hans Hochzeit, wir waren alle miteingeladen.“

Ole Hansen Vægter, der den Hof 1855 freikaufte, war auch Gemeindevogt - der Mann des Dorfes gegenüber der Obrigkeit. Und es war ein Vægter, der den Grund verkaufte, als Byskov 1898 seine genossenschaftliche Schmiede mitten im Dorf bekam.

Arthur Petersen und der Lastwagen

Die letzte Vægter auf dem Hof war Maren Hansine, Tochter von Hans Olsen Vægter. 1919 heiratete sie Arthur Bernhardt Petersen, der den Hof übernahm. Man erinnerte sich an ihn als einen sehr charmanten und humorvollen Mann, und laut dem Byskov-Buch hatte er schon 1915 einen Lastwagen gekauft - unter anderem, um Zuckerrüben zu fahren. Der Sohn des Paares wurde 1921 auf den Namen Hans Henrik Vægter getauft, sodass der Name weiterlebte, auch als Arthur Petersen 1927 den Hof verkaufen musste.

Karen und Svend Suhr

Als Karen und Svend Suhr den Hof 1934 kauften, war er innerhalb von sieben Jahren durch die Hände von vier Besitzern gegangen, und manche hatten vorausgesagt, dass auch der neue Mann es nicht schaffen würde. Doch Svend Suhr war für seine Kräfte bekannt. Schon bei der ersten Ernte bot er den fünf Männern, die den Dorfteich reinigten, Arbeit bei der Ernte an. Als das Maschinenhaus gebaut werden sollte, stieg er mit einem Balken, den vier Männer ihm auf die Schultern gehoben hatten, eine Leiter hinauf, obwohl der Zimmermann nachdrücklich davon abriet. Es gab auch Geschichten über einen Knecht, der morgens nicht aus dem Bett kam. Den setzte Svend Suhr oben auf den Schrank, dann konnte er dort sitzen und wach werden.

Svend Suhr war gesellig und hilfsbereit. Im Winter musste man ihn holen, ehe die Kinder sich auf das Eis des Dorfteichs trauten: Als schwerster Mann im Dorf und als der mit der größten Autorität musste er das Eis freigeben. Hin und wieder war es stattdessen der Schmied, der es freigab, und dann drehte er selbst eine Runde auf Schlittschuhen.

Krieg und Befreiung

Svend Suhr gehörte im Krieg der Bürgerwache (Vagtværnet) an - ein Wächter in seiner eigenen Zeit - und saß im Gemeinderat von Ønslev-Eskilstrup. In der Nacht zwischen dem 21. und 22. April 1943 fielen rund 300 Phosphorbomben auf Byskov, und eine davon brannte hundert Meter hinter dem Stall von Vægtergården. Zwei Jahre später hörten die Nachbarn die Nachricht von der Befreiung bei einer Tasse Abendkaffee in der Stube von Vægtergården. Lesen Sie die Geschichte von der Bombennacht und der Befreiung.

Hans und Kis Suhr

1972 übernahm der Sohn Hans Suhr, der 1938 auf dem Hof geboren war, zusammen mit seiner Frau Kirsten „Kis“ Suhr Vægtergården. Sie vergrößerten ihn: 1982 kauften sie Ønslev Møllegaard mit 30 Tønder Land und 1989 den Hof von Vera und Børge Pyndt mit 22, sodass Vægtergården auf 105 Tønder Land kam. 1999 wurde wieder Land verkauft. In den Stallgebäuden betrieben sie viele Jahre lang einen Futtermittelhandel.

Bei Kirsten und Hans Suhr wurde auch die Idee zur Geschichte von Byskov geboren. An einem Herbstabend Anfang der 1990er-Jahre hielt der Einwohnerverein auf Vægtergården auf Initiative des Landwirts Mogens Sommer eine Versammlung ab, und es wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die in den Jahren danach die Ältesten des Dorfes interviewte und alte Papiere und Bilder sammelte. Aus diesem Material wurde das Buch Byskov - herfra min verden går (2010), auf dem der größte Teil der Geschichte auf dieser Seite beruht. (Mogens Sommer und die Familie Sommer auf Sommergaarden sind übrigens nicht mit Lars Sommer verwandt, dem heutigen Besitzer von Vægtergården. Der Name ist reiner Zufall.)

Hans und Kis bekamen zwei Kinder, Lars 1962 und Anne 1968, und sie wuchsen auf Vægtergården auf.

Der Hof war auch ein Ort, an dem Kinder spielten. Hans’ und Kis’ Kinder, Anne und Lars, spielten viel mit Bodils Kindern aus der Schmiede. Lars und Hanne schossen unter anderem Raketen aus Lars’ Zimmerfenster. Die Raketen kosteten 10 Øre das Stück, und es wurde nie entdeckt - bis jetzt.

Als Hans und Kis den Hof 2026 übergaben, hatte die Familie Suhr 92 Jahre auf Vægtergården gelebt.


Quellen: Ketty Lykke Jensen, Byskov - herfra min verden går (2010), S. 28-46, 113-132 und die Erinnerungen am Ende · Dieselbe, Ønslev og Eskilstrup Sogne (2009) · Lolland-Falsters Historiske Samfunds Årbog 1947 und 1980 · Rigstelefonkatalog 1922 · Trap Danmark, 5. Aufl. · P. Petersen, Lolland-Falsters Navnebog (1902). Das Wohnhaus war 1863 fertig (BBR). Das Byskov-Buch nennt auch 1861 und 1867. Siehe die vollständige Quellenliste.

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