Klodskovvej 70 · Byskov · DK-4863 Eskilstrup
Vægtergården Byskov · Falster
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Die Geschichte des Namens

Warum Vægtergården?

Zwei Höfe in Byskov mussten Wächter für das Schloss Nykøbing stellen. So erklärt die Familie selbst den Namen des Hofes.

J.F. Clemens: Tre vægtere (Drei Wächter), 1786 · SMK, gemeinfrei

Es gibt in ganz Dänemark nur einen einzigen Hof, der Vægtergården („Wächterhof“) heißt. Der Name wurde 1922 ins Grundbuch eingetragen, ist aber viel älter: Er stammt vom Geschlecht Vægter, das spätestens ab etwa 1716 und bis 1919 auf dem Hof saß.

Wächter für das Schloss

Im Geschlecht der Vægter erzählte man, der Name sei entstanden, weil zwei Höfe in Byskov die Pflicht hatten, Wächter für das Schloss Nykøbing zu stellen. Das Schloss war im 17. Jahrhundert Witwensitz von Königinnen und einer der vornehmen Orte des Reiches - und es wurde 1766 abgerissen.

Das passt gut dazu, dass 1841 zwei Hofbesitzer in Byskov den Namen Vægter trugen: Hans Vægter auf unserem Hof und Peter Vægter auf dem Nachbarhof weiter unten an der Straße. Und P. Petersens Lolland-Falsters Navnebog von 1902 kennt eben diesen Beinamen „Vægter (Vægder)“ aus Byskov für die Zeit von 1688 bis 1900.

Ob die Geschichte stimmt, wissen wir nicht. Keine schriftliche Quelle bestätigt die Wächterpflicht - aber sie ist zu gut, um nicht erzählt zu werden.

Der andere Vægter-Hof

Der andere Hof mit Wächterpflicht lag ein Stück weiter unten an der Straße, dort, wo heute die Klodskovvej 56 ist. 1841 saß Peter Vægter hier. Er war der Einzige im Kirchspielvorstand, der dagegen stimmte, als die Kommune ein Armenhaus kaufen wollte, weil das Haus direkt neben seinem Hof liegen würde. 1863 kaufte Mads Pedersen Vægter den Hof für 7.000 Reichstaler frei.

Im Jahr 1900 schlug bei einem heftigen Unwetter der Blitz in den Hof ein. Von Byskov aus sah man in jener Nacht zehn Brände auf Falster und Østlolland, und Mads Pedersen Vægter musste krank aus dem brennenden Hof getragen werden. Damals lag er dicht am Garten von Vægtergården. Er wurde dort wieder aufgebaut, wo er heute steht, und bekam den größten Saal in Byskov und Klodskov. Hier hielten die Bauern ihr Gammelgilde ab, ein traditionelles Bauernfest.

Beinamen, die am Hof hängen blieben

Auf Lolland-Falster war es im 17. und 18. Jahrhundert üblich, dass ein Bauer nach seinem Amt oder Stand einen Beinamen bekam und dass der Name am Hof haften blieb. Wenn ein neuer Mann einheiratete, nahm er den Namen mit - genau wie Hans Larsen, der 1817 zu Hans Larsen Vægter wurde.

Zwei Wächter mit Morgenstern und Laterne in Ribe 1902
Die letzten Wächter von Ribe, 1902. Foto: Anna Boisen. Gemeinfrei.

Was machte ein Wächter?

Die Wächter gingen nachts mit Laterne und Morgenstern durch die Straßen der Stadt. Sie achteten auf Feuer und Unruhe und riefen die Stunden mit einem Vers aus. Die dänischen Marktstädte bekamen 1683 feste Wächterkorps, und die Einrichtung bestand bis in die 1860er Jahre. Auf dem Land und an den Küsten hielten die Bauern an den Bavner - den Signalfeuern - Wache, besonders in den Kriegen 1807-14.

Die Wächterverse

Die Wächterverse werden dem Kirchenlieddichter Thomas Kingo zugeschrieben. Es gab einen Vers für jede Stunde von acht Uhr abends bis vier Uhr morgens:

Hov vægter! Klokken er slagen ti.
Om du vil tiden vide,
husbonde, pig' og dreng,
da er det på de tide,
man føjer sig til seng.
Befal dig Herren fri!
Vær klog og snild!
Vagt lys og ild!
Vor klokke er slagen ti.
Hov vægter! Klokken er slagen fire.
Dig evig Gud ske ære
i høje himmelkor,
som vægter ville være
for os på jorden bor.
Nu op på morgenvagt!
For natten god
fald Gud til fod,
tag tiden vel i agt!
Kupferstich mit drei Wächtern, 1786
Drei Wächter. Kupferstich von J.F. Clemens, 1786. Statens Museum for Kunst, gemeinfrei.

Die Laterne in unserem Logo ist ein Gruß an sie - und an all die Nächte, in denen jemand ein Auge auf den Hof gehabt hat.