Klodskovvej 70 · Byskov · DK-4863 Eskilstrup
Vægtergården Byskov · Falster
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Die Nacht vom 21. auf den 22. April 1943

Die Bombennacht und die Befreiung

In einer mondhellen Aprilnacht fielen rund 300 Phosphorbomben auf Byskov. Eine brannte 20 Meter von der Schmiede entfernt, eine andere hinter dem Stall von Vægtergården.

Byskov und Klodskov aus der Luft 1952 · Sylvest Jensen Luftfoto / Det Kgl. Bibliotek (Königliche Bibliothek)

Die Bombardierungen in Dänemark im Zweiten Weltkrieg trafen fast nur Kopenhagen und Bornholm. Doch auch Byskov bekam seine Bombennacht, und sie hinterließ so tiefe Spuren, dass die Leute sich für den Rest des Krieges nicht mehr zum Schlafen hinzulegen trauten, wenn Flugzeuge über dem Dorf waren.

„Das wird eine heiße Nacht!“

Es war windstill, der Mond schien, eine sehr schöne Aprilnacht. Karen und Svend Suhr von Vægtergården waren auf dem Heimweg von einer Einladung und hörten Flugzeuge nach Süden ziehen. Svend Suhr sagte zu seiner Frau: „Das wird eine heiße Nacht!“ - ohne zu ahnen, dass es ausgerechnet in Byskov sein würde.

Eine englische Bomberwelle, vielleicht auf dem Weg nach Berlin, wurde von deutschen Jagdflugzeugen gestoppt. Auf der Flucht warfen eines oder mehrere der Flugzeuge rund 300 Phosphorbomben in einem langen Streifen ab, der einen halben Kilometer südlich von Byskov begann, über das Dorf hinwegging und sich nach Norden über die Felder von Skovbjerggaard fortsetzte.

In der Schmiede

Im Haus von Schmied Alfred Jørgensen wachte man von Flugzeuglärm und Explosionen auf. Karla stand auf, schob den Verdunkelungsvorhang ein wenig beiseite und sah einen großen Bomber ganz tief über das Haus des Nachbarn und den eigenen Garten gleiten. Plötzlich hörte sie ein Zischen und sah etwas fallen. Sie duckte sich unter das Fenster, und im selben Augenblick wurde das Schlafzimmer hell erleuchtet: Eine Phosphorbombe war explodiert und brannte nur etwa 20 Meter vom Haus entfernt.

Auf Vægtergården

Karen und Svend Suhr waren gerade zu Bett gegangen, als Svend von etwas aufwachte, das er für Gewehrfeuer hielt. Als er unter dem Rollo hinausschaute, sah er tieffliegende Flugzeuge - und was er für Schüsse gehalten hatte, waren Bomben, die auf den Feldern explodierten. Die Felder von Skovbjerggaard standen in Flammen. Er glaubte, der Stall brenne, und rannte hinaus, doch die Bombe war hundert Meter hinter dem Stall gefallen. Der Rauch der brennenden Bomben zog über den Hof.

Beim Maurer

Dann hörte Svend Suhr Rufe aus dem Haus von Maurermeister Georg Nielsen. Dort war eine Bombe durch das Dach gegangen und brannte oben auf dem Dachboden, gleich neben der Tür zur Treppe - dem einzigen Weg hinunter von den Schlafzimmern. Der Sohn Ove, 17 Jahre alt, kletterte aus einem Fenster und an einem Birnbaum hinunter, holte eine Leiter für seine Eltern und rannte zum Kaufmann, wo es ein Genossenschaftstelefon gab, um den Rettungsdienst Zonen in Eskilstrup anzurufen. Das Haus war von innen verschlossen, doch Svend Suhr sprengte die Küchentür, indem er ein paarmal dagegenrannte, und mit Erde und Wasser gelang es ihnen, die Bombe zu löschen.

Es ist wohl derselbe „murerens Ove“ („Maurers Ove“), der eines Winters in Holzschuhen auf das Eis des Dorfteichs ging und einbrach. Auch damals kam er davon.

Auf Skovbjerggaard

Auf der anderen Straßenseite fiel eine Bombe genau über das Schlafzimmer auf Skovbjerggaard, wurde aber vom Dach, einem Sparren und der Decke aufgehalten. Eines der jungen Mädchen deckte sie mit Federbetten und Säcken zu, während der Hausherr und der Großknecht in Eimern Kies holten und sie löschten. Die Feuerspritzen aus Eskilstrup brauchten lange, weil der Rauch der vielen Bomben über den Straßen lag. Am nächsten Tag fand man rund 50 Bomben unmittelbar bei den Gebäuden des Hofes.

Am Tag danach

Das dänische Sprengkommando aus Næstved kam und sammelte die meisten der 300 Bomben ein, vor allem auf den Feldern von Skovbjerggaard. Eine Phosphorbombe war sechseckig, etwas kleiner als eine altmodische Thermoskanne, mit einem Bleiklumpen am einen Ende.

Der Abend der Befreiung

Zwei Jahre später war der Krieg vorbei. Am 4. Mai 1945 saßen die Nachbarn in der Stube von Vægtergården:

„Wir waren am Abend zu unseren guten Freunden auf Vægtergaarden gegangen, Karen und Svend Suhr, und bei einer gemütlichen Tasse Abendkaffee hörten wir die frohe Botschaft: Deutschland hat kapituliert …“
Erinnerungen, wiedergegeben in Byskov - herfra min verden går

Quelle: Mogens Sommer, „Byskovs bombardement“ („Die Bombardierung von Byskov“), in Ketty Lykke Jensen, Byskov - herfra min verden går (2010), S. 45-47. Das Kapitel beruht auf schriftlichen Berichten von Ella Barfoed-Høj und Ove Nielsen sowie auf Interviews mit Esther und Harry Christensen, Karla und Alfred Jørgensen und Svend Suhr. Der Abend der Befreiung: Erinnerungen, an derselben Stelle wiedergegeben.